Soziales

Das Thema Soziales bildet einen Schwerpunkt unserer hochschulpolitischen Arbeit und erfordert Engagement auf allen politischen Ebenen, von der Universität bis zum Bund. Unser Ziel ist, dass alle Menschen unabhängig von ihrem Hintergrund dieselben Chancen auf ein gutes Studium haben. Dafür setzen wir uns unter anderem in den folgenden Bereichen ein:

BAföG

Das BAföG muss endlich wieder seinen Anspruch erfüllen, ein Studium für alle zu ermöglichen. Die Möglichkeit zu studieren darf nicht vom Geldbeutel der Eltern oder dem Arbeiten nebenbei abhängen. Eine flächendeckende Studienfinanzierung kann und darf niemals durch Begabtenförderungen wie das unsägliche Deutschlandstipendium ersetzt werden! Das BAföG bedarf einer grundsätzlichen Umgestaltung: der Kreis der Berechtigten muss massiv ausgeweitet, die Bedarfssätze erhöht, die Kopplung an Vermögen und Einkommen der Eltern, Altersgrenzen und die Regelstudienzeit abgeschafft werden. Außerdem müssen auch die vor Ort zuständigen Ämter finanziell besser ausgestattet werden, damit die Bearbeitung der Anträge zu Semesterbeginn abgeschlossen ist und niemand Monate auf die Förderung warten muss. Nur mit einer grundlegenden Reform des BAföG kann die Unabhängigkeit und Selbstbestimmung der Studierenden gewährleistet werden!

Bezahlbarer Wohnraum

Es muss genügend bezahlbarer Wohnraum in Münster bereitgestellt werden, um mit dem großen Anstieg der Studierendenzahlen in den letzten Jahren mitzuhalten. Zentral ist dabei, dass Bund und Land endlich mehr Geld in die Hand nehmen, um zusätzlichen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, z. B. durch Studierendenwohnheime. Diese sind vor allem für Studierende mit schlechterem finanziellem Hintergrund unverzichtbar, um überhaupt in der Stadt ihrer Wahl studieren zu können. Daneben müssen aber auch Privatleute verstärkt dazu bewegt werden, Wohnungen und Zimmer zu fairen Preisen zu vermieten. Dazu ist eine Begrenzung der zulässigen Mietsteigerungen ein sinnvoller Anfang. Außerdem soll verhindert werden, dass potentieller Wohnraum – besonders in Städten mit großen Mietsteigerungen wie Münster – lange leer steht oder zu Gewerbefläche umgewandelt wird. Die beste Möglichkeit, langfristig sicher mehr bezahlbaren Wohnraum zu bekommen, bleibt aber eine Stärkung des staatlichen sozialen Wohnungsbaus.

Keine Bildungsgebühren

Bildungsgebühren jeglicher Art lehnen wir grundsätzlich ab, da sie die ohnehin vorhandene soziale Selektion verstärken! Glücklicherweise wurden ja in NRW vor einigen Jahren auch durch den Druck der Juso-Hochschulgruppen die allgemeinen Studiengebühren abgeschafft. Trotzdem werden an der Universität Münster z. B. Gebühren von internationalen Studierenden für die verpflichtenden Deutschkurse vor Studienbeginn verlangt. Hier konnten wir immerhin erreichen, dass alle, die danach an der Universität Münster ein Studium beginnen, diese Gebühren erstattet bekommen.

Gute Arbeitsbedingungen

Wir setzen uns für gute Arbeitsbedingungen an der Uni Münster ein. Die betrifft sowohl studentische Hilfskräfte, die endlich eine Personalvertretung bekommen müssen, die sich für ihre Interessen einsetzt. Die im neuen Hochschulgesetz vorgesehene Stelle für SHKs ist dabei ein wichtiger Schritt. Auf der anderen Seite muss aber auch der immer weiter reichenden Prekarisierung des wissenschaftlichen Mittelbaus durch ständige semesterweise befristete Verträge entgegengewirkt werden. Absolvent*innen und Doktorand*innen brauchen eine vernünftige Perspektive, damit sie der Universität erhalten bleiben und dürfen nicht durch materielle Unsicherheit in Lehre und Forschung beeinträchtigt werden.